Jakob Ammann wollte seinen eigenen Mühlenbaubetrieb eröffnen und suchte dafür einen Standort. Dabei war es naheliegend, dass er sich an die Familie wendete – in diesem Fall an seinen Bruder Andreas.

Aus diesem Geschäft, das er 1869 im Hause seines Bruders Andreas gründete, entwickelte sich die heutige Ammann Gruppe. Viele Generationen von Jakobs Nachkommen haben das Geschäft weitergeführt – in Zeiten des Wohlstands ebenso wie im Laufe von Wirtschaftskrisen, Weltkriegen und neu gefundenen Freiheiten auf der ganzen Welt.

Was bei allen Erfolgen und Bemühungen immer gleich geblieben ist, war die Bedeutung der Familie. Ammann war seit den frühen Anfängen in Andreas Haus in Madiswil in der Schweiz bis hin zum heute weltweit agierenden Unternehmen ein Familienbetrieb.

Bis heute lassen sich einige der Hauptmerkmale des Unternehmens bis zu Jakob zurückverfolgen: Dazu gehören unter anderem:

  • Miteinbeziehen der Familie in das Geschäft
  • Übertragung der Geschäftsführung an ein Familienmitglied
  • Die Kraft, schwierige Entscheidungen zu fällen und Chancen zu nutzen
  • Genügend Voraussicht zum Treffen richtiger Entscheidungen

Eine dieser schwierigen Entscheidungen traf Jakob 1878, als er überlegte, ob er den bequemen Firmenstandort wechseln sollte. Er entschloss sich dafür und baute eine mechanische Werkstatt auf – mit einem Mühlrad, das durch den Fluss betrieben wurde, der durch Madiswil floss.

Im gleichen Jahr startete er auch die Familientradition, in dem er seinen Bruder Ulrich als ersten Lehrling einstellte – auch wenn es ihm damals wahrscheinlich nicht bewusst war, dass das der Beginn einer grossen Firmengeschichte war.

Ulrich zog bald durch die Schweiz und Deutschland, um seine Ausbildung weiter fortzusetzen. In Holzminden in Deutschland wurde er zum geprüften Maschinenschlosser und kehrte in den Betrieb seines Bruders zurück, den er 1886 übernahm. So wurde Ammann zum ersten Mal erfolgreich von einem Familienmitglied an ein anderes übertragen.

1896 verlegte Ulrich den Firmensitz nach Langenthal, um Zugang zur Centralbahn zu erhalten. Bis heute befindet sich das Stammhaus des Unternehmens auf dem Grundstück, das Ulrich ausgewählt hatte.

In den folgenden Jahren wechselte der Betrieb unter Ulrichs Leitung vom Mühlenbau zum Strassenbau. Dazu gehörte 1908 auch der Erwerb eines Patents für Makadam-Maschinen – den Vorläufern der Asphaltmischanlagen – und die Einführung der ersten Motorwalzen von Ammann im Jahre 1911.

Ebenfalls im Jahr 1911 kam Ulrichs Sohn Arthur mit ins Geschäft. Arthurs Aus- und Weiterbildung fand in Genf, München und in den USA statt und endete mit einem Diplom.

Er lernte an der Seite seines Vaters, doch seine praxisnahe Ausbildung nahm mit Beginn des Ersten Weltkriegs ein jähes Ende, als sowohl Ulrich als auch Arthur zum Militär eingezogen wurden.

Bald nach dem Ende des Krieges – 1920 – wurde das Unternehmen rechtlich neu organisiert, konzentrierte sich jedoch nach wie vor auf die Familie und wurde zu einem so genannten „Familienbetrieb“.

Ab 1924 leitete Arthur das Unternehmen. Während seiner Dienstzeit nahmen die Exporte in östliche Länder sowie nach Frankreich, Belgien und Holland deutlich zu. Auch die Schweizer Infrastruktur wurde während dieser Zeit ausgebaut und bot zusätzliche Geschäftschancen.

Arthur erkannte, dass die Effizienz des Betriebs durch die Eröffnung eines Büros und einer Werkstatt in Frankreich gesteigert werden konnte, was er dann 1930 in die Tat umsetzte. Dann brachen die Wirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg über Europa herein – eine schwere Zeit, die das Geschäft zu überstehen hatte.

Doch Ammann überlebte und nach Ende des Krieges nahm das Wachstum wieder zu. Der Nachholbedarf förderte die Geschäfte ebenso, wie der Ausbau der Infrastruktur. Ammann entwickelte neue Maschinen und die Zukunft sah rosig aus.

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1946, kam Arthurs Sohn Ulrich mit an Bord und war verantwortlich für Produkte und Organisation.

Der wirtschaftliche Aufschwung nach dem Krieg hielt bis in die späten 1950er Jahr an. Das Unternehmen blühte, als Arthur 1958 an einem Herzinfarkt starb. Nach 12 Jahren Erfahrung in der Firma übernahm Ulrich trotz grosser Trauer um seinen Vater daraufhin das Unternehmen.

Die interne Unterstützung bei dieser unerwarteten Nachfolge war gross. Dennoch standen schwere Zeiten bevor, denn die globale und lokale Wirtschaft hatte immer wieder mit Einbrüchen zu kämpfen. Dann kam 1972 die Ölkrise und die Rezession schlug zu.

Im gleichen Jahr wurde die Ammann Unternehmensgruppe gegründet, in der ein Verwaltungsrat für die Kontinuität zwischen den Generationen sorgen sollte und dafür, dass geeignete Geschäftsmöglichkeiten verfolgt wurden.

Zur gleichen Zeit wuchs eine neue Generation heran. Ihre Mitglieder brachten beträchtliche Erfahrungen mit, die sie in multinationalen Unternehmen gesammelt hatten. Andreas Ulrich Ammann, Ulrichs Sohn, kam 1972 in die Firma. Johann Niklaus Schneider, Ulrichs Schwiegersohn, kam dann 1981 an Bord. Beide leiteten erfolgreich Ammann Tochterfirmen.

Der nächste grosse Führungswechsel geschah 1988, als Johann Niklaus seinen Schwiegervater Ulrich als Leiter des Verwaltungsrats ablöste.

Die Dienstzeit von Johann Niklaus war geprägt durch die verstärkte internationale Expansion, einschliesslich der Übernahme von Rammax in Metzingen, Deutschland, im Jahr 1995, und von Stavostroj in Nové Město, Tschechien, im Jahr 2005.

Zum Ausbau des Geschäfts in China gehörte die Eröffnung einer eigenen Produktionsstätte in Shanghai. Darüber hinaus wurden in dieser Zeit viele weitere internationale Händler und Vertriebsfirmen unter Vertrag genommen.

Gleichzeitig sorgte Johann Niklaus für den Ausbau des Standorts Langenthal, wo unter seiner Leitung das Technologiezentrum für Asphalt eröffnet wurde.

Der Sohn von Johann Niklaus, Hans-Christian Schneider, trat dem Unternehmen 2009 als Assistent der Gruppenleitung bei. Hans-Christian hat ein Diplom in Mikrotechnik von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne sowie einen MBA vom INSEAD in Singapur und Fontainebleau.

2010 wurde Johann Niklaus in den Schweizer Bundesrat gewählt. Daraufhin legte er sein Präsidentenamt bei Ammann ab.

Ulrich Meyer, zuvor Divisionsleiter, übernahm die Firmenführung, bis Hans-Christian schliesslich ausreichend dafür vorbereitet war. Der Fokus lag weiterhin auf dem internationalen Aufbau und so wurden zahlreiche neue internationale Händler mit an Bord genommen.

Im Januar 2012 wurde Hans-Christian stellvertretender CEO und im Januar 2013 schliesslich zum CEO der Unternehmensgruppe. Seine Dienstzeit zeichnet sich schon jetzt durch ein signifikantes Wachstum und eine verstärkte globale Präsenz aus.

Während seiner ersten beiden Jahre als CEO fanden drei bedeutende Fusionen und Übernahmen statt: Eröffnung einer eigenen Produktionsstätte in Gravatai, Brasilien; Gründung eines Joint Ventures mit Apollo in Ahmedabad, Indien; Übernahme der Elba-Werke in Ettlingen, Deutschland.

Die Entscheidungen tragen bereits Früchte für Ammann und zeigen, dass wieder einmal ein Familienmitglied in der Lage war, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und den Erfolg des Unternehmens fortzusetzen.

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